Die Module von Epigraf unterstützen den gesamten Forschungsdatenlebenszyklus (Higgins 2008):

 

  • Kollaboration: Epigraf unterstützt die Koordination mehrerer Arbeitsstellen. Jede Arbeitsstelle arbeitet in einer eigenen Datenbank, für die Koordination werden Wikis und ein Dateirepositorium eingesetzt. Die einzelnen Datenbanken werden schließlich in einer gemeinsamen Referenzdatenbank zusammengeführt.
  • Datenerfassung: Der Kern der Anwendung besteht in Funktionen zur Beschreibung von Objekten und Texten – für jedes Objekt wird ein Artikel erstellt. Artikel und weitere Datensätze können sowohl in der Anwendung angelegt als auch importiert werden.  
  • Annotation: Jeder Artikel setzt sich aus flexibel kombinierbaren Abschnitten zusammen, in denen der Text und alle relevanten Metadaten (Beschreibungen, Kommentare, Kategorisierungen über Vokabulare) sowie zugehörige Dateien bzw. Bilder enthalten sind. Für die Annotation von Texten steht eine projektspezifisch konfigurierbare Toolbar zur Verfügung. 
  • Analyse: Der Gesamtbestand ist im Volltext durchsuchbar und die zur Erschließung verwendeten Vokabulare können als Rechercheinstrument eingesetzt werden. Durch die tabellarische Erfassung lassen sich auf den mittels der API exportierten Daten statistische Verfahren wie Clusteranalysen durchführen.
  • Vernetzung: Um die Daten später als Linked Open Data nach den FAIR-Prinzipien (Wilkinson et al. 2016) zu veröffentlichen, können für jeden Artikel und jede Kategorie Normdatenbezeichner (IRIs; W3C 2014) erstellt werden. Dadurch lassen sich auch Datenbestände zwischen verschiedenen Epigrafdatenbanken abgleichen. Das Datenmodell von Epigraf ist darüber hinaus mit dem Resource Description Framework (W3C 2014) kompatibel, so dass die Beziehungen zwischen Datenpunkten in der Form von Aussagen modellierbar sind.
  • Publikation: Über ein Pipeline-System werden die erfassten Daten mittels XSL-Stylesheets in Formate wie Word-Dateien konvertiert, die nach der Endredaktion etwa als Druckvorlage an einen Verlag übergeben werden können. Dieser klassische Publikationsworkflow wird durch Epigraf zunehmend erweitert, so dass über eine Programmierschnittstelle CSV-, JSON- oder XML-Daten sowie standardisierte Dokumentformate wie TEI (TEI 2022; Elliott et al. 2020) ausgegeben werden.